Pétanque als nicht olympisches Winterspiel

Winter Hallen Turnier der Petanque Abteilung

Am Samstag den 21 Februar 2026 war es wieder so weit: das alljährliche Winter Turnier der Pétanque Abteilung in unserer Trainingshalle in Alt Wallmoden stand an. In einer feierlichen Zeremonie waren mit Hilfe von Ü - Eierverpackungen einige Tage vorher die Paarungen ausgelost worden. Insgesamt beteiligten sich 20 Petanque Spielerinnen und Spieler, die 10 Paare (Doubletten) bildeten und in zwei 5er Gruppen gegeneinander antraten.

Die gleichzeitig stattfindende Winter Olympiade in Italien, Mailand und Cortina, diente einigen als Vorbild und Ansporn für vielleicht nicht direkt olympische Leistungen; aber doch zumindest für ein gutes Abschneiden im vereinsinternen Ranking. Dem Pétanque am nächsten kommt von den olympischen Winterdisziplinen dabei das Curling Turnier, auch hier gilt es möglichst viele Steine (Kugeln) im Haus (am Schweinchen) zu positionieren und nicht wenige Pétanque Spieler ließen sich vom Curling inspirieren. Die eisigen Temperaturen und der manchmal gefrorene Untergrund stellten eine weitere Parallele dar. Aber nein, wir haben unser Feld nicht auf 45,7 Meter Länge erweitert und bei minus Graden mit Wasser geflutet, was den Lauf der Metallkugeln wohl auch zu sehr beschleunigt hätte. Die Idee mit einem „Wischer" die Laufbahn der Kugeln präparieren zu lassen („sweepen"), wurde dagegen schon ernsthafter in Erwägung gezogen. Und in der Tat wurde nach nahezu jeder Runde das jeweilige Spielfeld geharkt um die Laufeigenschaften der Kugeln auf dem Kiesuntergrund positiv zu beeinflussen. Eine der weniger schönen Nebenwirkungen war die Staubentwicklung in dem ehemaligen Gewächshaus. Auch die durchaus von großer Taktik geprägte Spielweise des Curling fand bei uns Nachahmer. So wurde schon mal nur ein Punkt „mitgenommen" und keine weiteren Kugeln geworfen, wenn die Spielsituation nach intensiver Analyse keine weiteren Punkte erwarten ließ oder sogar die Gefahr bestand, dass der aktuelle Punktestand durch einen nicht optimalen Wurf gefährdet sein könnte. Einige wenige distanzierten sich jedoch auch von solch einer von Taktik geprägten Spielweise (es wäre vielleicht lohnenswert, die Ergebnisse der beiden Haltungen zu vergleichen S). Zumindest unterschied sich damit das Wettkampfspiel deutlich von unseren sonstigen Trainingsspielen, bei denen üblicherweise kein Wurf ausgelassen wird. Schlussendlich war auch zumindest bei einigen Spielen und Spielern immer mal wieder die Positionierung im Abwurfkreis Gegenstand von Diskussionen. Nach den (auch von uns anerkannten) allgemeinen und internationalen Pétanque Regeln hat ein Wurf ausschließlich aus dem Kreis, der übrigens einen Durchmesser von 35 bis maximal 50 cm haben darf, zu erfolgen. >„Die Füße müssen sich im Innern des Wurfkreises befinden und dürfen nicht über ihn hinausreichen." (Quelle: Offizielle Pétanque Regeln). Nicht nur die Wurfkreise an sich waren dabei Gegenstand der Debatte, denn die waren oftmals mit Schuhspitzen, Stöckern, Stangen oder den Wurfkugeln gezogen, waren Halbkreise, Ovale oder Eierähnlich und vom Durchmesser nicht einheitlich, sondern auch der Standpunkt der Spieler wurde ab und an bemängelt, einige standen zumindest mit einem Bein außerhalb des Kreises oder mit Teilen der Füße nicht innerhalb des Abwurfkreises. Und auch der Hinweis auf besonders große Füße („Ich habe Schuhgröße 47,5“) hebelt nicht die Regeln aus. Das Gute war, dass einige Wurfkreise sowieso schon nach kurzer Zeit unkenntlich waren und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich in diesen Fragen selbst regulierten. Auch damit ergab sich eine Parallele zum olympischen Curling Wettbewerb, zumindest in dem Sinne, dass Spieler ihren Stein auch noch hinter der Abwurflinie (Hogline) berührt haben sollen, was nach Curling Regeln unzulässig ist.

Nach kurzer Einführung in die Regeln (die Kreisfrage war allerdings nicht Thema, was meine vorherigen Ausführungen natürlich relativiert) und der Zuteilung der Doubletten auf ihre jeweiligen Bahnen durch Jürgen Hammerschmidt konnte es losgehen. Der Wettkampf begann um 10:00 und die Spiele waren zeitlich auf maximal 40 Minuten begrenzt, was in einigen Fällen dazu führte, dass nicht die zum gewinnen notwendigen13 Punkte erreicht wurden, sondern das Spiel durch Zeitablauf endete. Bis zur Mittagspause waren bis zu 4 Spiele zu absolvieren.Zur Verpflegungwurde dann der Grillangeworfen und Bratwürste undSteaks brutzelten wohlduftend vor sichhin.Vielen Dank an Rocco Berardi und Bernd Neidhart an dieser Stelle. Zudem standen vier verschiedene Kuchen zur Auswahl und eine Kaffeemaschine war nahezu im Dauerbetrieb. Diverse Kaltgetränke rundeten das Angebot ab.

Nach Ablauf aller Wettkampfspiele am frühen Nachmittag ergab sich eine ungewöhnliche Konstellation: Alle Paarungen hatten zwei Spiele gewonnen und zwei Spiele verloren, sodass die Punktedifferenz der einzelnen Ergebnisse am Ende den Ausschlag über die Reihenfolge gab und die zwei Doubletten für das Endspiel bestimmte. Um die Sieger zu ermitteln traten die erfolgreichsten Paare aus Gruppe A und Gruppe B im Finalspiel gegeneinander an. Unsere Gold - Silber - Bronze Verteilung, um im olympischen Kontext zu bleiben, und das Siegertreppchen sahen am Ende wie folgt aus: 1. Platz und Gold für Wilfried Meißner und Ferdinand Rehse, 2. Platz und Silber für Ernst Tegtmeier und Jürgen Hammerschmidt, 3. Platz und Bronze für Uschi Weiser und Hubert Fröhlich. Eine besondere Auszeichnung ging an alle Teilnehmer, denn die gute Stimmung und der Zusammenhalt der anwesenden Pétanque Spielerinnen und Spieler ließ sich auch daran festmachen, dass alle auch das Endspiel intensiv begleiteten und danach noch gemeinsam aufgeräumt wurde. Immerhin war es schon deutlich nach 16:00 Uhr als schließlich alle die Wintertrainingshalle gutgelaunt verließen.

Nachtrag: Hatten wir das nicht olympische Winter Hallen Turnier am 21.02. noch bei Eis und Schnee im ehemaligen Gewächshaus in Alt Wallmoden bei -6c Grad Außentemperatur gespielt, fand das Training am 27.02. bereits auf dem Gelände des STV in Ringelheim und auf unseren Pétanque Bahnen bei strahlendem Sonnenschein und 15 Grad plus statt. Seltsame Zeiten ...

 

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